|
Ich liebe Dich!
Frisch verliebt zu sein ist herrlich und edel ist's wächst daraus festes Also tief’res, läng'res - mehr. Das ist dann noch viel herrlicher Dann kennt man sich und lernt sich achten, was anders ist als bloß zu schmachten Ich bin kein Typ für ein, zwei Nächte, nein was ich will, das ist die echte Einzig gepflegte, ausgedehnte lang ersehnte und betrieb'ne Liebe, alles andere, braucht aus meiner Sicht nicht sein. Denn das ist dann wie mit kurz gebrat'nem und dann meist zu scharf gerat'nem Fleisch, das, spinnt man dies Gleichnis weiter schnell hart, kalt und dann trocken wirkt, da, das halt ich für gescheiter, hebe ich mir lieber meinen Hunger auf.
Ich weiß, dass andre das nicht können -will da jetzt keine Namen nennen - soll'n die doch machen, was sie brauchen und wenn sie das brauchen - bitte - doch was mich betrifft, das ist mir wichtig - Ich brauch ein Gesicht zur Titte. Nicht falsch verstehn! Das mein` ich nicht im meist den Männern unterstellten
Nur aufs Geschlechte reduzierten Sinn, sondern lieber mal zwei Wochen ohne Statt ständig „Kenn dich nicht - Komm trotzdem rinn!"
Wenn dann dafür in dem Moment, wo ich vielleicht was anderes wollte, - denn es gibt für mich noch mehr - plötzlich dieser ganze Zauber in seiner eignen Weise wirkt. Dann gibt's für mich nur diese Frau da, die ich mit Haut und Haaren will. Ich find, und danach kann ich leben, dass es sich für mich dann schließlich Stets in dieser Art ergeben hat. Und ich gefalle mir darin, mein Lieben So gestaltet zu erleben. Darin vermute ich den Sinn, den die Natur Uns gerne schenkt auf dieser Welt, und das ist einzigartig angesichts Der Ödnis, wenn man an andere Sterne denkt. Was mir daran noch gefällt Ist, dass wer sich länger kennt, auch besser miteinander pennt.
Die Idee stammt nebenbei ja auch nicht unbedingt von mir, dass es in seiner aufrichtigen Bedeutung hierarchiert, und man eher zu Beginn des Feuers trauter Zweisamkeit „Ich mag Dich" sagen muss, während später andre Sachen - sei es jetzt der Begriff „Verliebt" oder „Verknallt", der folgt, mehr Sinn machen. Das ganze würzt man mit 'nem Kuß oder zwei’n, ganz nach Lust, das macht es rund Und bis zu viermal in der Woche ist anfangs auch nicht ungesund.
Die Zeit vergeht zuerst noch schneller als danach, doch dann ist's tiefer, wie erwähnt Und es sind jetzt andre Sachen von Belang, da man sich kennt und sich auch schon mal ohne viel zu reden miteinander unterhält. Auch am Telefon, das geht - schließlich muss man sich ja nicht rund um die Uhr und immer sehn. Man hat ja auch ein eignes Leben, will mal allein mit seinen Freunden ausgeh'n und die, wir haben es probiert, kann ich ohnehin nicht aussteh'n. Sie sind das, was ich Dir gönnen kann und zwischendurch ruf ich kurz an.
Ich sag, was man sich halt sagt, wenn man sich so wie wir auf der höchsten Stufe dessen Was zwischenmenschlich möglich ist, vergnügt. Das muss kein langes Plaudern sein, ein sanfter kurzer Gruß, ein Lob genügt ich höre ja im Hintergrund ein Lachen, deshalb will ich's Auch nicht länger als nur bis hierhin machen, ich wünsch Dir noch, viel Spaß mit denen, ich werde mich bestimmt auch noch morgen nach Dir sehnen und dann verabschiede ich mich auch schon mit dem Satz: „Ich liebe Dich."
...Ich kann das sagen, weil es stimmt und weil es sich so ziemt. Weil nach der Phase „Hab Dich lieb", die Du, nicht ich einst übersprangst, „ich liebe Dich" den Platz einnimmt. Vielleicht bin ich auch zu sensibel oder hab` Dich nicht verstanden, oder Du mich nicht - passiert... und dennoch bin ich irritiert. Normalerweise ist es so, dass wenn sich ein Paar entschlossen hat, so weit zu gehn: „Ich liebe Dich" zu sagen... Das also wenn der eine von beiden das erwähnt, der andere „ich Dich auch" oder so ähnlich, von sich gibt, damit der erste weiß, dass ihn der andre liebt.
Sicherlich gibt's jetzt dafür abertausend Gründe, weswegen ich von Dir eben nichts vernahm. Du hattest einfach aufgelegt nach meinem letzten Wort. Ich komme mir fast albern vor, dass das jetzt in mir bohrt. Vielleicht wolltest Du's noch sagen, nur die Verbindung war schon tot Wie dem auch sei, weil nichts mehr kam, ist meine Stimmung irgendwie - na sagen wir: „Es kneift im Magen" und... es kann ja sein es liegt an mir, da war tatsächlich was mit Dir. Ich mach das, und Du weißt das auch, nicht sehr gern, doch muss es sein. Ich brauch das Um zur Ruh zu kommen und wähl mich nochmal bei Dir ein:
„Ja, Hallo Süße? - Ich bin es, verzeih, wenn ich Dich wieder störe! Ich kann heut nacht nicht schlafen, wenn ich nichts mehr von Dir höre... - Jaja, das stimmt, das hab ich schon, - nur sag, lag es am Telefon, dass Du eben - oder anders. Es ist war doch die Idee von Dir, dass wir einander wirklich lieben... und uns das sagen... - wie - nicht hier? Wo bist Du denn? Bin ich dir peinlich? Was hab ich denn gemacht? Mag sein... - Nein, höchstens Bier, warum? - Da hör ich wieder, jemand lacht. Natürlich bin ich kleinlich, Erinnerst Du dich noch, ich hab gesagt, dass ich Dich lieb’? - Ja? Und weiter, bist Du stumm? Achso, der Akku piept! Schatz, ich rege mich nicht auf!!! Nein, bitte, leg nicht auf!" - Und sie tut es doch.
Es gibt Momente, nennt mich stur, da fühl ich mich in meiner Art regelrecht verwandelt. Nur irgendwo - nein irgendwie finde ich mich jetzt von ihr schlicht ungerecht behandelt. Nach allem, was ich für sie tat - es war nicht Liebe auf den ersten Blick, nicht mal auf den zweiten. Sie hat nicht die schönste Haut und einen ziemlich breiten, man kann auch sagen Fetten Arsch, dass es schon viel Herz und Überwindung braucht, sich mit ihr zu befassen. Und wenn sie schläft, dann grunzt sie, wie ein sehr zufriednes Schwein, und schämt sich nicht aus ihrem Bauch all die schlechte Luft zu lassen und trotzdem ging ich darauf ein. Und nebenbei mit ihr zu schlafen, ist nichts für Reinlichkeitsfanaten, was ich damit meine, will ich nicht konkretisieren... Sie hat also keinen Grund, sich für mich zu genieren!
Ein Mal geb ich ihr noch die Chance, alles wieder hinzubiegen und versuch es wiederholt, sie an den Apparat zu kriegen. „Hallo? Ja ich mach es kurz, Dir scheint ja wirklich viel an mir zu liegen! Was bildest Du Dir auf Dich ein? Hast wohl ein Kompliment bekommen, von diesem Typ, der dauernd lacht? Sagt er, Du hast abgenommen, - Dann fick mit ihm noch heute Nacht! Hallo, ach hast Du mir also gar nichts mehr zu sagen, na ich hoffe er kann den
Gestank aus deinem Slip ertragen Hallo, hallo? Letzte Chance: Denk bloß nicht, dass ich heule! Ich liebe Dich! Hast Du gehört? Kommt da noch was von Dir? Nein, nichts? Du dumme Eule, Du hörst nie wieder was von mir!
Was hab ich da getan, verdammt! Was hab ich nur getan? Jetzt hab ich nur eine Möglichkeit: Ich ruf sie noch mal an. Ich sag, ich war besoffen und hab's nicht so gemeint. Es ist auch alles anders, als wie es Ihr grad scheint. Mann, die ganze Scheiße läßt mich nicht mehr in Ruh Jetzt nimm schon ab, ich muss Dir sagen, dass ich Dich liebe, - fette Kuh!!!
|
|
Daniela
Kleine Daniela, Deine Augen, sie glänzen - ich seh' doch, dass Dich was traurig macht. Hattest Du Ärger oder bist Du verliebt, sag kleine Daniela, was Dich betrübt!
Die Menschen, auch Du und selbst ich, gab Daniela, mit vor Ekel verschwemmter Stimme zurück Sie sind krank und brutal und so böse! Dabei flimmert ein Zorn in Danielas Blick. Ihre Worte erstarkten und voll kalter Verachtung floss es aus ihrem Mund:
Sich krümmen vor Lachen an anderem Leid und Bilder von zwischen den Schenkeln zu kaufen Und sich auch ohne Anlass besaufen Das ist nicht gesund!!!
Darüber kann Daniela nicht lachen, und schreit, dass Tiere so was nicht machen
Kriege um sinnlose Wüsten entfachen Arenen zu bauen für gierige Augen, die gerne das Leben beim Sterben betrachten ^ Und Tiere zu töten für Taschen oder ein paar teure Schuhe Und sie zu Tausenden züchten für die Tiefkühltruhe Und Delphine zum Geburtstag für immer aus dem Meer entführ'n Und sich dran zu freu'n, wie Ponys im Zirkus die Würde verlier'n Und Bäume für Beistelltischchen, die Sven oder Ingo heißen für immer aus der Erde zu reißen!
So klagt Daniela mit bebender Stimme über noch so manches Schlimme Jede erdenkliche Grausamkeit, die ein Mensch einem Leben nur antun kann Wurde und wird auch zu jeder Zeit auf diesem Planeten getan!
Als Sie für einen kurzen Moment, nach neuem Atem rang, griff ich nach der Gelegenheit - hob selbst zu Reden an:
Daniela, ich habe Dir zugehört, weiß was Dich stört und bitte Dich nun Mir jetzt Deine Ohren zu leih'n und etwas auszuruh'n:
Du kennst doch bestimmt die Löwen, die majestätischen Katzen, die, wenn sie ihre Partnerin wähl'n deren Junge zerquetschen, mit ihren Tatzen? Und die Frau Löwin kurz darauf, das Drama für immer vergisst Mit dem Mörder ihrer Kinder gemütlich zusammen frisst Und schon einen Tag später, das kann ich Dir zeigen Lässt sie sich schon wieder besteigen.
Oder die Robben, Daniela, weißt Du, dass die ihre Kinder zerreißen Im Streit darum, wer es säugen darf, fangen sie an zu beißen Im Meer wimmelt es obendrein von Geschwistermord bei den Hai'n
Und auch in der Luft sieht es traurig aus, die kleinen Vögel im Nest Picken sich tot für ein kleines Stück Wurm und schmeißen den schwächsten raus! Das machen sie alle die Raben und Tauben und, dass etwa der Kuckuck edler sei, wirst selbst Du mir nicht glauben
Nilpferde sich im Schlaf zerdrücken, die Wölfe keine Beeren pflücken, sondern Nur alten, schwachen und kranken also wehrlosen Tieren zu Leibe rücken Die Hunde, das hörst Du sicher nicht gern akzeptier'n jedes Arschloch als ihren Herrn Und die Spinnen, das hab ich ganz vergessen Beginnen sich in der ersten gemeinsamen Nacht zu fressen
Das ist Daniela, die Welt der Tiere, ohne Erbarmen und Gnade Dass sie nicht so sind wie ich bin oder Daniela, wie Du Finde ich gar nicht schade. Also hör auf Dich zu schämen, ein Mensch zu sein Und stelle Deine Trauer ein! Ich will nichts mehr hörn, von Mord und Gewalt - Und iss endlich Dein Schnitzel, sonst wird es kalt!
|