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Die III. Liedermacherrunde
mit
Neil Gilmartin (London) Lutz Keller (Wedding) Gunnar Baganz (Pankow)
Als Überraschungsgäste kamen Fritz Wiehe, Troy Streethouse, Session-Freddy, Jörg, Claudia und Katharina.
Drei Stunden lang gab es Musik vom Feinsten und ausgezeichnete Texte. Sehr zur Freude der Zuschauer waren aus der Liedermacherecke die unterschiedlichsten Klänge zu hören; vom brit-classical über den Delta-Blues, Blues, der liedhaften Begleitung bis zu reduziertem Klangmaterial.
Ich freute mich besonders über die Liedermacherinnen und lade auf diesem Wege Elke Rheinsberg, Anna-Sophia Eich und Susanna ...? zur IV. Liedermacherrunde ein.
Nach dem offiziellen Teil kam es noch zu einer Session bis in die frühen Morgenstunden, die sich zu einem kleinen Workshop unter Leitung des Oberprofis Burkhard Kühn entwickelte.
Sei dabei!
Gunnar Baganz
Vom Höhenflug zum Tiefenrausch Ansichten des Musikers und Texters Michael Sellin
Ich wurde gebeten, meine Ansichten zur Musik zu veröffentlichen. Das ist für mich eine gute Gelegenheit, einige persönliche Erfahrungen zusammenzutragen, die ich in keinem Lehrbuch gefunden habe. Aber wenn Sie nun feingeistige philosophische oder ästhetische Gedanken erwarten, sollten Sie lieber die Memoiren Ihres ehemaligen Musiklehrers lesen.
Meine Musikwahrnehmung ist von Jahr zu Jahr pragmatischer geworden. Vielleicht eine normale Begleiterscheinung für Musiker. Vielleicht verändert sich das "Feeling" aber auch automatisch; abhängig davon, wie viele Jahren wir und die hauptsächlichen Trends auf dem Buckel haben. Einiges coolt sich mit der Zeit ab, anderes hellte sich auf.
Früher konnte mich Musik zum Fliegen bringen. Heute inspiriert sie mich eher, in ihre Tiefen oder Untiefen zu tauchen. Heute ist mein Verhältnis zur Musik vor allem ein Arbeitsverhältnis. Ein spannendes und unkündbares!
Als freier Autor für Lyrics bekomme ich regelmäßig Demos von Bands und Solisten. Sagen wir, ich setze mich als Texter auf einen wilden fremden Hengst. Quasi als Perdeflüsterer. Die Kunst besteht nun darin, das Pferd zu zähmen, ohne es zu lähmen.
Am Anfang meiner Karriere suchte ich zunächst in meinem Gedächtnis nach Bildern und Geschichten, die mit ähnlichen Musiken verbunden waren. Läuteten die Glocken, bediente ich das entsprechende Klischee. Wenn nicht, begann die quälende Suche nach einer eigenen Idee.
Heute verlasse ich mich auf mein Bauchgefühl. Meine Worte stehen im Wettlauf mit meinen Zweifeln. Wer zuerst da ist, gewinnt.
Mich fasziniert, dass auf eine Musik praktisch JEDER Inhalt passt. Harmonieren Text- und Musikfeeling, wird unser Gefühl direkt angesprochen. Konkurrieren beide, klären wir über den intellektuellen Umweg, ob wir es mit Ironie oder Schwachsinn zu tun haben. Da beides allerdings hip ist, kann man praktisch nichts falsch machen.
Früher sang und spielte ich bewusst nur aus dem Bauch. Ich achtete grad mal so auf Stimme, Mimik und Gestik.
Heute ist Musik für mich nicht mehr Vortrag, sondern ein Dialog mit dem Zuhörer. Sagen wir ein beschwörender und verführender Dialog.
Ein Gespräch wird aber zu 90% nicht von Worten, sondern von der Körpersprache entschieden. Folgerichtig stehen in meinem Bücherregal neben den Notenbüchern nun auch Standartwerke der Kommunikationswissenschaft und Psychologie.
Eine andere Frage: Bin ich nun Komponist oder nur Liedermacher?
Der Pop hat die traditionelle Musikwissenschaft überrollt wie die Amerikaner den Irak. Ohne Rücksicht auf Verluste. Im Namen der Freiheit. Nun darf sich also jeder Komponist nennen. Auch diejenigen, die mit drei klirrenden Akkorden auf der Gitarre nur den Schwachsinn ihrer Verse übertönen.
Diese Geringschätzung der Musik mag ich nicht. Ich bemühe mich, einen Liedtext so zu schreiben, dass dieser die Musik nicht allzu sehr einengt. Mir kommt das Wort den Dinge zu nah. Ich liebe das Ungefähre. Das Unverbindliche, das Schillernde der Töne.
Also nenne ich mich bis auf weiteres Singersongwriter. Manchmal vertone ich eigene Texte. Häufiger steht die Musik am Anfang meiner Lieder.
Kreativität kann man nicht erzwingen. Aber Regelmäßigkeit ist ihre beste Voraussetzung. Und so gingen viele meiner Lieder durch folgende fünf Stadien:
Ich bringe mich in einen scheinbar absichtslosen, verspielten Zustand. Meistens fange ich damit an:
einen Musiksender zu suchen, zur Gitarre zu greifen und einfach mitzuspielen.
Oder ich nehme eine neue CD als Vorlage und dudele vor mich hin.
Oder ich nehme mir ein Jazzbuch und studiere neue Akkordverbindungen ein.
Oder ich spiele bewusst Filmmusiken mit.
Automatisch schießen mir beim absichtslosen Gitarrespielen neue Melodielinien, Harmoniefolgen, Licks oder Grooves durch den Kopf. Manche find' ich nur angenehm. Andere wiederum erregen mich regelrecht. In DIESEN Fällen schalte ich die Inspirationsquelle ab und lasse mich musikalisch von meiner neuen Idee antreiben, bis die ersten Zweifel kommen. An diesem Punkt stoppe ich!
Nach einigen Tagen beginne ich bewusst an der Musik zu feilen (falls sie mich noch immer erregt). Es entsteht eine erste Musikstruktur (Melodie, Harmonie, Licks, Strophe-Refrainablauf). Danach lasse ich die Idee wieder ruhen.
Später versuche ich mich am Text. Falls ein Text entsteht, entsteht mit ihm auch ein Arrangement (Gitarre, Bass, Klavier, Drums, Streicher). Ein Lied wächst heran. Auch das lasse ich wieder einige Zeit reifen.
In der vorletzten Phase prüfe ich, wie ich durch die Kunst des Weglassens Spannungen schaffen oder erhöhen kann. Dabei nehme ich MICH und nur mich zum Maßstab. In dieser Phase bemühe ich mich, mir ALLE Bestandteile meiner Musik BEWUSST!! zu machen. Das klingt banal, aber nur solange, bis Sie sich klarmachen, in wie vielen Gewerken Sie nachträglich ändern können. Hier nur einige Beispiele:
Die Melodietöne: Es ist immer lehrreich, die Melodie zu notieren. Allein ihr optisches Abbild sagt mir viel über Monotonie und Schmackes einer Melodieführung. Außerdem: Je bewusster ich mir eine Melodie mache, umso selbstbewusster wird die Melodie selbst.
Die Pausen zwischen den Tönen - Eines meiner „Steckenpferde“: Der Mut zur Pause. Ich kenne einen Musiker, der während seiner Livekonzerte minutenlange Pausen in einem Lied riskierte. Was sich während dieser Pausen im Publikum abspielte, hat mich lebenslang geprägt.
die einzelnen Harmonien einer Melodie:
Dur / Moll
Vermindert / Übermäßig
disharmonische / harmonische Erweiterungen Powerchords, offene Akkorde, Barreakkorde
Ich entdeckte erst vor zwei Jahren, dass nur sehr wenige meiner über 100 Liedern in Moll geschrieben waren. Ich entdeckte dahinter meine Absicht, stark und optimistisch erscheinen zu wollen. Wohin aber mit meiner Melancholie? Die fand sich in meinen Texten wieder. Eine langweilige Aufgabenteilung, fand ich und befreite mich von der zwanghaften Ansicht, Moll klänge depressiv.
Die rhythmische und harmonische Stilistik. Ich bevorzuge
Das Tempo Ich frage mich seit jahren:
Wieso verändern bereits zwei Beats pro Minute mehr den Charakter eines Liedes?
Wie rette ich vor dem Publikum mein Gefühl für das Originaltempo?
Die Dynamik - Ein gutes Lied muss auch sehr leise gesungen gut klingen. Wer von Natur aus ein Schreihals ist, dem genügt manchmal, einfach Druck rauszulassen. Aber wenn schon volle Leidenschaft in der Musik liegt, kann das abnerven.
Das Arrangement: Meine Minimalvorstellung umfasst ein Harmonieinstrument, Bass und Perkussion. Ich glaube, viele Liedermacher übersehen, dass dieses Arrangement bereits mit EINER Gitarre realisiert werden kann.
Die Sounds der eingesetzten Instrumente
Ein letzter Schliff ergibt sich IMMER bei Aufnahmen.. Hier geht es vor allem um den Sound des Songs und seiner einzelnen Bestandteile. Vor Jahren schrieb ich ein Lied über die Stille. Es lief live erfolgreich. Erst im Studio entdeckte ich, wie glatt und geschwätzig es harmonisiert und arrangiert war. Ich nahm das Lied aus der Produktion und aus dem Programm. Nach Monaten fand ich die Lösung: Ich ließ die Melodie unverändert, legte aber nur noch eine einzige Harmonie darunter. Nun klang das Lied angespannt und entspannt zugleich. Eben Stille, wie ICH sie fühle.
So lieber Leser. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und bin nun an IHREN Erfahrungen interessiert.
www.michael-sellin.de oder stillesdorf@t-online.de
Die 18. Offene Lieder-Bühne fand am 28.06.2004 statt. .
Opener: Michael Sellin mit Freunden

Thema: “Mein Feind”
Musikers Musik
Oder war´s andersherum?
Beim Motto "d oder D" - oder war's andersherum? - fällt dem gitarrentechnisch Vorbelasteten natürlich sofort etwas ein!
Quälte nicht ein jeder sich mal in grauer Vorzeit mit Machwerken wie der "Mundorgel" oder "27 Top-Ten-Hits in zehn Minuten"?
Waren da nicht über den Liedtexten - wie mit Schrot auf den Entenarsch geballert - scheinbar sinnlos verstreut Buchstaben?
Mal klein, mal groß?
Konnte man nicht schon mit etwas Übung den Buchstaben Griffe zuordnen, auf das - munter, wenn nicht sogar im Takt auf die Guitarre eingedroschen - Musik entstand?
War das nicht schon zu Zeiten so, als man noch beim Telefonieren in einen Trichter an einem Wandschränkchen brüllen musste?
Hat sich daran je etwas geändert, nur weil man jetzt in eine fiepsende Streichholzschachtel nuschelt? Außer man smst.
Nö!!!
Seit ich mir mein Liedgut selbst erfinde, bin ich damit regelmäßig ins Zimmer 16 gepilgert, um dieses am lebenden Objekt zu erproben. Und siehe da, es gibt noch mehr so'ne Hardcore-Junkies, obwohl wir ja wiederum doch auch alle ganz unterschiedlich sind. Oder gerade deshalb. Und nun wird mir die Ehre zuteil, mit Verstärkung den Opener zu machen und ich habe keine Mühe gescheut, Personal zu rekrutieren und es wird sowas von einer Premiere.
Lasst euch von uns "öffnen" für den Rest des Abends, der mit Sicherheit nicht kurz wird!
Unterstützt gnadenlos handgestrickte Musik, macht selber welche und schmeißt Dur und Moll nicht durcheinander, um mal zum Thema zurückzufinden.
Seid geknuddelt
Lutz Keller
Montag 27. September - 21.00 Uhr
“DIE FRÜCHTE UNSERER ARBEIT”
Opener: Hornberger & Geige (alias Silva Finger)
Musikers Musik
Was die Musik betrifft, gibt es für den Musiker, der ich ja bin, zwei Aspekte:
Die Produktion und den Konsum.
Zur Produktion will ich eigentlich gar nichts sagen. Das sollte man / frau sich selbst anhören und dann auch selbst entscheiden, ob er / sie etwas damit anfangen kann.
Nur so viel: Es kommt beim Musik machen, d.h. beim direkten oder gar spontanen Musizieren eigentlich nicht auf irgendein Ergebnis an, sondern vielmehr geht es um den Prozess ansich. Dass Musik, die für die Öffentlichkeit, sprich für Zuhörer gedacht ist, anderen Ansprüchen genügen muss und darum eben auch teilweise konstruiert und komponiert wird, versteht sich - finde ich - von selbst.
Aber zur Seite des Konsums von Musik möchte ich mich hier gerne äußern, da ich ja schon mal - selten genug - gefragt werde.
In gewisser Weise bin ich ein Musik-Junky. Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener Tag. Musik kann mich in meiner Stimmungslage extrem beeinflussen, d.h., ich kann gut oder schlecht draufkommen dabei. Ich benutze Musik, um mir Mut zu machen, so richtig schön traurig zu sein, zu tanzen und so weiter. An dieser Stelle möchte ich noch den Erfinder der CompactDisk für den Nobelpreis vorschlagen. Durch diese Erfindung ist es mir überhaupt erst möglich geworden, Musik so zu hören, wie ich es will: Ein Lied den halben oder ganzen Tag, oder eine Programmschleife von drei, vier Sonx. Einfach Super. Zum Beispiel im Auto, nach dem Konzert, schaffe ich es durchaus auf einer Strecke Dresden-Berlin nur einen einzigen Song zu hören, natürlich nur, wenn er mich zu begeistern vermag. Logisch. Das Radiogedudel jedenfalls mit samt der Werbejingles, die mir alle fünf Minuten erzählen, welcher Sender mir gerade auf denselben geht, ist wirklich keine Alternative dazu.
Also, ein dreifaches Hoch auf die CompactDisk!
Ergänzend sei noch der Kopf als perfektes Abspielgerät erwähnt. Es gibt Tage, da werde ich einen Song überhaupt nicht mehr los, sozusagen die Endlosschleife im Hirn. Das kennt aber sicherlich jede / r. (Voller Bescheidenheit hoffe ich natürlich insgeheim, dass einer meiner Sonx in der Lage ist, diese Art manischer Musikreproduktion auszulösen.)
Hornberger, Berlin-Spandau 2004
  
Die Jungfrauen...
  
... und ihre Gäste.
 
Montag 25. Oktober - 21.00 Uhr
Thema: Lokal fatal
Opener: Jörg Sieper: Gesang, Gitarre ♪ Christian Runge: Geige ♪ Anders Grop: Kontrabass
Meine Musik?
Das Machen und Hören von Musik spielt für mich in allen Lebensbereichen eine große Rolle. Privat neige ich oft dazu bestimmte Gefühlszustände mithilfe der Musik zu verstärken oder zu verringern (Stichwort „Musik als Droge“), als Musiker ist sie in Verbindung mit dem lyrischen Wort mein liebstes Ausdrucksmittel und als Musiktherapeut ist Musik für mich in erster Linie ein nonverbales Kommunikationsmittel und eine Projektionsfläche für Seelisches. Es versteht sich von selbst, dass sich diese drei Bereiche auch gegenseitig ständig beeinflussen und mein jeweiliges Verhältnis zur Musik wiederum verändern. Dieses zu beschreiben ist für mich eine äußerst komplexe Angelegenheit. Ich fühle mich einigermaßen überfordert das Gewurschtel von Gedanken Faden für Faden vor mir auszubreiten und werde daher einfach mal notizblockartig ein paar Dinge beschreiben, die mir dazu einfallen.
Heute ist ein Leben ohne Musik für mich nicht vorstellbar. Dabei war das gar nicht immer so. Als Kind habe ich viel lieber Fußball gespielt oder Baumlager gebaut, als etwa Klavier zu üben. Wenn meine Eltern jedoch mittwochabends zum Kirchenchor gingen, lag ich im Dunkeln im Bett und hörte mir mit meinem alten Röhrenradio „Von Telefon zu Mikrofon“ an, eine Wunschsendung mit viel Big-Band, Volksmusik und Schlager. Bei „Mama Leone“ hab ich immer „Mama Melone“ verstanden und mich jedes Mal über den merkwürdigen Text gewundert. Der kleine grüne Leuchtstreifen, der sich langsam nach dem Einschalten des Radios ausbreitete, glimmte wie ein Glühwürmchen und ist bis heute die schönste Lightshow, die ich mir zu Musik vorstellen kann.
Den ersten unvergessenen Glücksmoment beim Spielen eines Instrumentes verdanke ich einem C-Dur-Dreiklang auf dem Klavier. Dieser war der krönende Abschluss eines kleinen einstimmigen Übungsstückes. In diesem Moment habe ich zum ersten Mal die Kraft der Mehrstimmigkeit erlebt. Ich war fasziniert von der Fülle und Größe, mit der sich diese im Raum und mir ausgebreitet hat. Leider war ich auf dem Klavier nicht so flink wie mein bester Freund, und ich hab die Klavierstunden dann immer mehr zu einem netten Teestündchen mit meiner ergrauten Klavierlehrerin umgewandelt.
Meine Hinwendung zur Musik verdanke ich letztlich dem damals als großes Unglück empfundenen Umstand, dass ich aufgrund meines Scheuermanns am Rücken keinen Sport mehr machen durfte. Ein Sommerurlaub und eine zufällig vorhandene Gitarre reichten aus, um eine lebenslange Schicksalsgemeinschaft mit diesem Instrument zu verursachen. Der Plattenschrank meiner Eltern war voll mit Reinhard Mey LPs. Als ich die zum ersten Mal bewusst hörte, wollte ich sofort so etwas auch können. Sobald ich a-Moll, E-Dur, d-Moll, C-Dur und G-Dur drauf hatte, fing ich an Lieder zu schreiben. Mein erstes Lied, dem ich zufällig auch meinen ersten Kuss verdanke, hieß „In der Dunkelheit der Nacht“.
Wenn ich heute bei jemandem zu Besuch bin, kann ich es mir kaum verkneifen einen Blick auf das CD-Regal zu werfen, ganz nach dem Motto „Zeige mir deinen Kühlschrank, und ich weiß, was du isst.“ Hier eine Liste von Platten, die in meiner Vergangenheit mal eine große Rolle gespielt haben.
Emerson, Lake and Palmer: Trilogy (meine erste vom Taschengeld bezahlte Platte)
Deep Purple: Deep Purple (vor allem das Lied April)
Beatles: (Blaues Album)
Billy Joel: Piano man
Peter Gabriel: Plays Live
Joni Mitchell: Shadows and Light
Mahavishnu Orchestra: Birds of Fire
Van Morrison: Moondance
J.J. Cale: Troubadour
Gerhard Schöne: Live
Beethoven: 5. Klavierkonzert und Violinkonzert
Natürlich gab es noch viel mehr Musik, die mich begeistert hat und immer noch begeistert. Mein Geschmack unterliegt allerhand Schwankungen. Letzten Sommer hatte ich z.B. mal eine Phase, in der ich ganz verrückt war nach Easy Listening Jazz (Fender Rhodes, Shaker und süffisante E-Gitarren hatten mich regelrecht süchtig gemacht). Im Augenblick hör ich gerne Musik mit Geige oder Bandoneon (z.B.: Piazzolla). Es gibt aber Scheiben, die ungeachtet der saisonalen Veränderungen unverzichtbar für mich sind und die ich gerne weiterempfehle:
Joni Mitchell: Shadows and Lights
Kari Bremnes: Gate ved Gate
Pat Metheny and Charly Haden: Beyond the Missouri Sky
Keith Jarrett: My Song
Al Jarreau: Look to the Rainbow (Live)
Van Morrisson: A night in San Francisco
Leonard Cohen: Cohen Live
Herman van Veen and The Rosenberg Trio: Je zoenen zijn zoeter (Deine Küsse sind Süßer [der Webmaster])
Nigel Kennedy and Kroke: East meets East
Oregon: Roots in the sky
Arvo Pärt: Tabula Rasa
J.S. Bach: Die Kunst der Fuge mit Max Pommer (Dirigent) und dem Neuen Bachischen Collegium Musicum Leipzig (stellvertretend für viele Klassik-CDs)
Diese Auswahl repräsentiert ungefähr, was ich selbst beim Musikmachen mag und anstrebe:
Meine Musik muss nicht unbedingt virtuos sein, aber dafür Wärme und Tiefe haben. Der Klang spielt dabei für mich eine große Rolle. Die Musik sollte mein harmonisches Grundbedürfnis befriedigen und dabei gleichzeitig auch den Mut zu Ecken, Kanten und Widerspruch haben und letztlich das Ergebnis eines wie auch immer gearteten spirituellen Suchens sein.
Jörg Sieper
Montag 22. November - 21.00 Uhr
Thema: STRANDGUT

Opener: Franz Schubert
Musikers Musik Strandgut
Franz Schubert ist eine sächsisch-bayerische Co-Produktion mit Sitz in Berlin.
Die eigene Musik zu beschreiben, fällt mir ziemlich schwer, darum lasse ich es auch sein. Übrigens: „ich“ ist in diesem Fall der Vorname des Projektes.
Strandgut! Landgut! Weingut! Alles gut! Fängt ja gut an, aber wie kriege ich jetzt wieder die Kurve? Vielleicht mit einem Bild? Wenn ich z.B. wieder mal mit der Gitarre in meiner kargen Küche sitze, und meine Nachbarn - und manchmal auch mich - auf der Suche nach einer liebreizenden Melodei an den Rand der Verzweiflung treibe, und plötzlich finden sich ein paar gleichgeschlechtliche Töne zusammen, ich mache hier erstmal einen Punkt, sonst komme ich aus diesem Satz nie mehr raus.
Könnte man dies nicht mit einem Strandspaziergang, der allerdings in den seltensten Fällen mich oder jemand anderes in die Verzweiflung treibt, vergleichen?
Mann oder Frau geht am Strand entlang und entdeckt unvermutet verschiedene Gegenstände, die sich zu einem maritimen Stillleben fügen, freigegeben von den Wogen der See.
Ein am Strand gefundenes Stück Holz kann durchaus die Phantasie beflügeln. Genauso kann aus ein paar Tönen, die man irgendwo „gefunden“ hat, ein schönes Lied entstehen. Wobei man nicht immer mit einer ausgewogenen Begeisterungsfähigkeit seiner Mitmenschen rechnen kann. Der Schreiber dieser Zeilen könnte ein Lied davon singen, wenn er schon eine Melodie dazu hätte.
Nur ist das mit dem Töne finden nicht immer so einfach, man kann ja nicht den ganzen Tag am Strand rumlaufen. Zumal sich in Berlin die Häufigkeit von Stränden in Grenzen hält. So müssen wir auch weiterhin unermüdlich vor der Höhle des Drachens lauern und ab und zu den Nachbarn eine Flasche Wein zukommen lassen.
Montag 13. Dezember - 21.00 Uhr
Thema: Deutschland - ein Wintermärchen

Opener: Bernd Pakosch (Dresden)
TochtersohN aus Dresden
Nach langem Suchen und rumexperimentieren, bin ich nun mit „TochtersohN“ zu einer Form gelangt, von der ich glaube, dass sie die Meinige ist, obwohl, oder gerade weil, sie sich ständig verändert. Ich habe Freunde gefunden, die an meine Lieder glauben und die mich dabei unterstützen, diese auf die Bühne zu bringen und genau wissen, dass es nicht die Musik ist, mit der man Geld verdienen kann, sondern an der das Herz hängt.
Ein Leben ohne Musik konnte ich mir schon als Kind nicht vorstellen. Die ersten Schlagerplatten und Singles (mit 45 Umdrehungen) meiner Eltern, das Akkordeon meiner Mutter, die Blockflöte der Erzieherin im Kindergarten zählten zu den ersten Kontakten. Es dauerte dann noch bis zur 5. Klasse bis ich meine erste eigene Gitarre in den Händen halten konnte (für 45,- Ostmark, in den Sommerferien auf dem Feld verdient.) In der 8. Klasse war ich dann der größte Deep Purple-Fan und die erste LP von dieser Band (aus Budapest vom Schwarzmarkt) mein großes Heiligtum. Weitere wichtige Platten für meinen musikalischen Weg kamen von: Omega, Genesis, Czeslaw Niemen, Lift, Klaus Hoffmann Jacques Brel und Ludwig Hirsch um hier nur einige zu nennen und tue damit allen unrecht, die ich hier vergessen habe.
In den letzten 3 Jahren habe ich zu meinen eigenen Liedern gefunden und aufgehört mich unwichtiger zu fühlen, als meine vielen musikalischen Vorbilder und aufgehört, so sein zu wollen wie sie und merke zugleich, dass ich ein Teil von alldem geworden bin und jede Musikrichtung mich geprägt und beeinflusst hat. Das Ziel entsteht beim Gehen.
TochtersohN sind: Bernd Pakosch : Texte + Musik, Gitarre, Gesang Christian Mögel: Klavier Solvig Frey: Flöten, Gesang.
aufsteigen
Elke Rheinsberg & Dimitri Lysenko
Detlef Scheffen und Jörn Hühnerbein haben sich als Opener für die Liederbühne zusammengefunden.
Detlef: „... aus einem Zustand der Euphorie heraus lieber ein Lied schreiben, als sich auf ein Projekt mit unabsehbaren Verstrickungen einzulassen.“
Jörn: „Lieder als Schmerzmittel nach dem naturheilkundlichen Ansatz, Gleiches mit Gleichem zu behandeln.“

Fragen, Meinungen, Verrisse, Lobhudeleien, Geld- und/oder Blumenspenden bitte an:
Gunnar: Tel.: 437 38 668, eMail: rodesparin@gmx.de
Das Video von der III.Liedermacherrunde (2 MB)
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